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Plastikfrei Einmal ohne, bitte

Kreislauf statt Plastik

Ein gemeinnütziges Projekt fördert mit dem Label „Einmal ohne, bitte” das Einkaufen ohne Verpackung

Text: Pressemitteilung und Tine Sprandel

In der Pandemie wachsen die Haushalts-Müllberge noch schneller als zuvor. Und: Vor lauter Sorge um die Hygiene und um die wirtschaftliche Lage ist das Vermeiden von Plastik und Verpackungen mehr und mehr in den Hintergrund geraten. Daher widmen wir der Initiative „Einmal ohne, bitte“ gerne einen Blogartikel, da uns nicht nur wachsende Haushalts-Müllberge, sondern auch die neue Herausforderung des Take-Away beschäftigen. Das Verpackungsaufkommen ist auch hier seit Corona besonders stark gestiegen. Hauptursachen: Menschen arbeiten mehr im Homeoffice und haben Bedenken bei der Hygiene. Dem gegenüber stehen Expertenaussagen, dass Einwegverpackungen keinesfalls hygienischer sind als Mehrweg-Alternativen.

In Deutschland schmeißt jede*r jährlich eine Badewanne Müll auf die Straße

Zu den Haushalts-Müllbergen kommt das Problem des Straßenmülls hinzu. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat unlängst eine Studie des Verbands Kommunaler Unternehmen (VDK) vorgestellt. Die Studie liefert aktuelle Zahlen und belegt die Problematik zum Straßenmüll hierzulande anschaulich. Pro Einwohner und Jahr entsorgen kommunale Stadtreiniger in Deutschland knapp 140 Liter Straßenmüll – das Füllvolumen einer durchschnittlichen Badewanne. Dieser Müll landet in öffentlichen Papierkörben, aber auch auf der Straße oder im Grünen. Ein Großteil der Abfälle sind mit mehr als 40 Prozent Produkte aus Einwegplastik und Verpackungen. Die Entsorgungskosten für Städte und Gemeinden belaufen sich dabei jährlich auf 700 Millionen Euro.*

„Corona darf uns im Kampf gegen den Verpackungsmüll nicht um Jahre zurückwerfen”, unterstreicht Johanna Koch, Gründerin des „Einmal ohne, bitte“ – Labels. „Es geht hier um Routinen und ganz besonders um soziale Hemmschwellen. Nicht selten erntet man Unverständnis, wenn man das Brot gerne in seinen eigenen Brotbeutel packen möchte. Das ist ein unangenehmes Gefühl,“ meint sie. „Unser Sticker an Tür und Theke gibt Kunden und Kundinnen das Zeichen: Hier weiß man Bescheid und nimmt mitgebrachte Verpackungen gerne an.“

Außerdem wirkt das Label wie eine Gedächtnisstütze, denn es erinnert bei jedem Einkauf daran, die eigene Verpackung mitzubringen. Das unterstützt dabei, die eigenen Routinen zu ändern.

In der Pressemittelung heißt es weiter: „‘Einmal ohne, bitte‘ macht unverpacktes Einkaufen leichter – durch Sticker, Onlinekarte und demnächst auch mithilfe einer App. Das Ziel: müllfreies Einkaufen und Takeaway, überall und für jede*n. In München, wo das Label 2019 gegründet wurde, sind inzwischen mehr als 450 Lebensmittelbetriebe an Bord. Nach dem erfolgreichen Crowdfunding für das deutschlandweite Roll-out startet ‚Einmal ohne, bitte‘ im Oktober offiziell in Berlin, Hamburg, Leipzig, Harburg, dem Landkreis Lippe und in weiteren Städten und Regionen der Republik.“

Plastikfrei_Lavendelo Die Sticker von „Einmal ohne, bitte” an Theken und Schaufenstern

Sie kennzeichnen Geschäfte und Lokale, die Lebensmittel unverpackt anbieten und sie den Kunden und Kundinnen in ihre mitgebrachten Behälter füllen. Eine Online-Karte und demnächst auch eine App bündeln alle teilnehmenden Läden – inzwischen mehr als 450 allein in München. Ein Infopaket gibt zusätzlich Händler*innen und Gastronom*innen Verfahrensweisen an die Hand, klärt über Hygiene-Regeln auf und baut Vorbehalte ab.

Am Donnerstag, den 1. Oktober startete „Einmal ohne, bitte“ in der Hauptstadt in Kooperation mit dem Zerowasteverein e.V., weitere Kommunen folgten in den kommenden Wochen. In Berlin wurden in den Tagen vor dem Start rund 50 Läden angefragt, die ersten 12 von ihnen nehmen bereits am Label teil. Ziel des „Einmal ohne, bitte“-Teams in Berlin ist es, in wenigen Monaten die 450 Teilnehmer Marke Münchens zu erreichen.

Jede*r kann mitmachen und Botschafter*in werden

„Einmal, ohne bitte” ist ein größtenteils ehrenamtliches Projekt und jede*r kann sich engagieren, unabhängig von bereits existierenden Städtepartnerschaften. Dabei hilft das Botschafter*innen- system. Jede*r von der Idee Begeisterte kann sich eintragen und lokal neue Lebensmittelbetriebe als Kooperationspartner gewinnen. Unterstützt werden Botschafter*innen von der Zentrale in München, die mit Rat und Informationen zur Seite steht.

Kreislauf Statt Plastik im LavendeloKreislauf statt Plastik im Lavendelo

In jedem Lavendelo ziert ein Button die Artikel, die sich mit Kreislaufdenken und -wirtschaften befassen – also auch die Artikel, in denen es darum geht, Plastik sinnvoll und nachhaltig zu vermeiden oder zu ersetzen. In diesem Zusammenhang sind wir auf die Initiative „Einmal ohne, bitte“ gestoßen, die das in München gegründete Label seit dem 1.10.2020 auf ganz Deutschland ausweitet.

Mehr Infos: www.einmalohnebitte.de

Fotos: rehab republic e. V. www.rehab-republic.org
Letztes Foto “Kreislauf statt Plastik: © 2020/2021 Das Lavendelo/Christiane Büch

Lavendelo epaper**

 

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*Siehe: www.verbaende.com/news.php/Studie-des-VKU-ermittelt-erstmals-Mengen-und-Kosten-des-Litterings?m=136705

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