Faser ABC / Einzeleintrag

Vlies

Ein Vlies besteht aus einzelnen, zusammenhaftenden Fasern. Und so entsteht ein Vlies: Nach dem Scheren wird die Rohwolle gewaschen und kardiert. Dabei lockern sich die Fasern und orientieren sich weitgehend parallel. Verunreinigungen wie Vegetabilien und sehr kurze Faserbestandteile werden herausgekämmt. Schließlich kämmt man die gereinigte Rohwolle in großen Lagen (ca. 1×3 m) locker zum fertigen Vlies.

Aus dem Herstellungsprozess lässt sich auch die ursprüngliche Bedeutung des Wortes erahnen: Das Wort „Vlies“ entstammt vom Haarkleid des Hausschafes und fand insbesondere Verwendung für Wolle, die in einem einzigen, zusammenhängenden Stück geschoren wurde. Der Begriff leitet sich aus dem mittelhochdeutschen Wort „vlius“ oder auch „vlus“ ab und bedeutet ganz einfach „Schaffell“. Dadurch erklärt sich ebenfalls die Schreibweise mit dem Buchstaben „v“, obwohl das Wort häufig fälschlicherweise mit „f“ geschrieben wird.

Vlieswolle wird kurzfaseriger gehalten als Wolle als Kammzug. Sie ist perfekt zum Filzen geeignet, da sie händisch gerissen und problemlos um Formen gewickelt werden kann.

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