Faser ABC / Einzeleintrag

Selbstreinigungskraft von Wolle

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Bekleidung aus Wolle reinigt sich selbst durch lüften, deshalb muss man sie auch nicht so oft waschen. Dieser Selbstreinigungseffekt ist weder mysteriös noch angedichtet, sondern beruht auf physikalischen Kräfte, die ihren Ursprung im Aufbau der Wollfaser haben.

Für das Feuchtigkeitsmanagement der Wolle ist das Wechselspiel zweier Faserteile verantwortlich: die Cuticula (Außenhülle) und der Cortex (Faserstamm). Die mehrschichtige Außenhülle ist hydrophop, also wasserabstoßend. Sie lässt aber Wasserdampf in den Faserstamm passieren. So ist es möglich, dass Wollfasern in ihrem Innern ca. 30-35% ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen können, ohne dass sich die Wolle nass anfühlt.

Die Selbstreinigungskraft beruht auf zwei unterschiedlichen Faserarten, die lianenartig miteinander verschlungen den Faserstamm bilden. Bei Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe quellen sie unterschiedlich stark auf. Da sie fest miteinander verbunden sind, versetzen sie damit die gesamte Wollfaser in Bewegung. Auf der Faseroberfläche liegende Schmutzpartikel werden abgestoßen. Dadurch verschmutzt Wolle auch nicht so schnell.

Die Selbstreinigungskraft und das Feuchtigkeitsmangement funktionieren um so besser, je naturbelassener die Wolle ist.

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